• Offizieller Name der Expedition war „Imperial Trans-Antarctic Expedition“. Ehrgeiziges Ziel war es, die Antarktis von West nach Ost zu durchqueren, eine Strecke von ca. 2900 Kilometern. Es war das letzte große antarktische Abenteuer, nachdem Roald Amundsen und Robert Falcon Scott bereits 1911 den Südpol erreicht hatten. Shackelton veranschlagte für diese Expedititon 120 Tage.
• Am 8. August 1914 startete die Endurance, Shackletons neues Expeditionsschiff, mit 27 Crew Mitgliedern von den Docks Londons in Richtung Antarktis. Im September erreichten sie die Küste von South Georgia Island. Sie kamen nur sehr langsam vorwärts, da das Meer bereits mit Eis bedeckt war.
• Das Eis wurde immer dicker und am 15. Januar 1915 wurde die komplette Endurance im Weddell Sea eingeschlossen. Temperaturen fielen auf -23 ºC. Shackleton und seine Männer waren gezwungen den Winter auf dem Boot.
• Am 27. Oktober 1915 musste die Besatzung das Segelboot verlassen, da auf Grund des grossen Drucks des Eises, das Boot zerstört wurde. Tage später sank die Endurance. Sie hat den Wetterbedingungen 281 Tage stand gehalten.
• Nachdem sie die Verpflegung, die Hunde und drei Boote gerettet haben, blieb der Besatzung nichts anderes übrig, als auf dem Treibeis auszuharren, bis sie das offene Meer wieder erreichen konnten. Das Lager Ocean Camp wird nahe der zerstörten Endurance (2,5 Kilometer Entfernung) errichtet. Am 20 Dezember entschieden sie Richtigung Paulet Island zu fahren.
• Trotz ihres hohen Gewichts werden die drei Rettungsboote der Endurance mitgenommen. Shackleton entschied, dass es sinnvoller ist von einer grossen Eisscholle in Richtung Norden getrieben zu werden. Am 31. Dezember 1915 überquerten sie die Antartic Circle Line.
• Frank Wild organisierte das Leben auf der Eisscholle. Gejagte Seelöwen und Pinguine bringen dringend benötigte Nahrung und ihr Fett dient als Brennstoff. Um gegen die Langweile anzukämpfen, sangen sie Lieder zusammen oder lasen die Encyclopaedia Britannic.
• Im April 1916 begann die Eisschorle zu brechen. James Caird, Stancomb Wills und Dudley Docker entschieden sich mit den Booten fortzubewegen. Schlussendlich erreichten Sie, 16 Monate nachdem sie das Festland verlassen haben, die Elephant Island im Norden der Antartic Insel.
• Allerdings war das Problem noch lange nicht gelöst. Sie waren alleine auf einer verlassenen Insel und Hilfe war keine in Sicht. Shackleton entschied mit der James Caird, einem 6.7 Meter langem und 1.8 Meter breiten Segelboot Richtung South Georgia Island zu fahren. Im Norden der Insel befindet sich eine norwegische Walstation.
• Shackleton wurde vom Kommandeur der Endurance Worsley, Crean dem zweiten Offizier, MacNeish dem Zimmerer und zwei Skippern MacCarthy und Vincent begleitet. Sie mussten gegen die fürchterlichen Wetterbedingungen ankämpfen und waren dabei dem angsteinflössenstem Meer der Welt ausgesetzt.
• Nach einigen Fehlversuchen gingen die fünf am 10. Mai von Board und landeten sicher am Strand der South Georgia Island. Die beindruckende Landschaft bestand aus Gletchern und vereisten Gipfeln. Genau dahinter befand sich die Whalstation Stromness Bay und Shackletons Gruppe war 25 Meilen davon enfernt.
• McNeish und Vincent waren zu schwach, um die Reise fortzusetzen. Shackleton lies sie bei McCarthy, der sich um sie kümmerte. Am 15 Mai machten sich Shackleton, Worsley und Crean auf die Reise, um an die Stromness Bucht zu gelangen. Am nächsten Tag hörten sie Sirenen der norwegischen Walfabrik.
• Mit ihren abgemagerten Gesichtern, langen Bärten und zerlumpter Kleidung fragten sie nach dem Manager der Fabrik Herrn Sorlle. Der Manager empfang sie und Shackleton sagte nur: “Kennen Sie mich nicht? Ich bin Shackleton”
•Worsley holte die zurückgebliebenen Männer ab. Am 21. Mai 1916 charterte Shackleton die Southern Sky, einen Walfänger von der Station Husvik. Crean und Shackleton kamen mit dem Schiff bis zu 130 Kilometer an die Besatzung heran, mussten aber umkehren, als der Kohlevorrat des Schiffs zur Neige ging.
• Am 31. Mai 1916 gingen sie auf den Falklandinseln an Port Stanley an Land. Er bekam von der uruguayischen Regierung ein kleines Fischereiforschungsschiff, die Instituto de Pesca No. 1. Nach einigen Tagen müssen sie erneut umkehren. Shackleton setzte auf einem britischen Postschiff nach Südamerika über, nach Punta Arenas. Die Landsleute brachten genug Geld auf, damit Shackleton die „Emma“ chartern konnte. Shackleton musste zum dritten Mal umkehren.
• Am 30. August schaffte es Shackleton mit dem alten Schiff Yelcho auf die Elephant Insel. Als Shackleton im Boot näherkam, rief er: „Sind alle wohlauf?“ - Frank Wild antwortete: „Ja, alle gesund, alle wohlauf.“
• Während den 634 Tagen hatte Shackleton nicht einen einzigen Mann verloren. Obwohl es keine wissenschaftlichen Ergebnisse bei der Expetition gab, war das Abenteuer von Shackleton bemerkenswert. Teamwork und fighting spirit spielten hierbei eine entscheidende Rolle.
Photographs: Copyright © Frank Hurley and Royal Geographical Society.